Zeitraum: 01.09.2019 – 31.12.2019

Zielgruppe: 28 Schüler:innen am Freien Gymnasium Naunhof

In Kooperation mit der Stiftung Zuhören und dem SAEK Leipzig waren wir vom 02.12.-06.12.2019 mit sechs Mediencoachs am Freien Gymnasium Naunhof und haben gemeinsam mit 28 Schüler:innen fünf Zeitzeugen über ihre Zeit um das Jahr 1989 befragt. Herausgekommen sind fünf Geschichten auf dem Portal grenzgeschichten.net. Es folgt ein kleiner Bericht:

Die Woche begann mit einem Tag voller Input. Nach einer ausgiebigen Kennenlernrunde, in der Wünsche für die Woche formuliert und gemeinsame Arbeitsstandards besprochen wurden, folgte für die Schüler:innen die Einführung in Technik (Tablet und Mikrofon) und Videoschnitt. Im Anschluss daran wählten die 28 Teilnehmenden aus den fünf Themengebieten bzw. Zeitzeugen ihrem Interesse entsprechend aus und fanden sich so in fünf Gruppen zu fünf bis sechs Schüler:innen zusammen. Zur Auswahl standen: das Thema „Medien“ im Interview mit einem in der BRD aufgewachsenen Journalisten; das Thema „Finanzen in der DDR“ mit einer ehemaligen Bankdirektorin; das Thema „Naunhofer Baumwollspinnerei“ mit einer dort damals tätigen Lehrmeisterin und das Thema „Wahlumfragen“ mit einem ehemaligen Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bonn. Um das entsprechende Handwerkszeug für das anstehende Interview mitzubekommen, schloss der erste Tag mit einer Einführung in Grundlagen der Interviewführung.

Tag zwei stand im Zeichen der Recherche. Die Schüler:innen informierten sich zu Hintergründen und Fakten zu ihrem Themengebiet via Rechner und Smartphone. Auf dieser Grundlage formulierten sie in der zweiten Tageshälfte Fragen für die für Mittwoch geplanten Zeitzeugeninterviews.

Am Mittwoch war es dann soweit. Drei Gruppen erwarteten ihre Interviewpartner zum Gespräch in der Schule, zwei Gruppen machten sich auf den Weg in die Wohnungen der Zeitzeugen. Wo hier schon am Tag zuvor alles aufgebaut und vorbereitet werden konnte, musste dort vor Ort die richtige Ecke zum Drehen erst noch gefunden werden. Doch die Schüler:innen wurden herzlich von Vater und Großmutter des Schülers empfangen und konnten in aller Ruhe ihre Vorbereitungen treffen. Zwischen 30 und 60 Minuten wurde gedreht. Dann ging es zurück ins Klassenzimmer, wo die ersten das mitgebrachte Material schon begutachteten und sich am Schnittprogramm probierten.

Doch Ergebnis sollten nicht nur die fertig geschnittenen Videos sein. Eine Geschichte sollte erzählt werden, in die sich die Videos einbetten ließen. Und so teilten sich die Gruppen am Donnerstag in verschiedene Verantwortliche. Die einen kümmerten sich um die Recherche passender Bilder, die anderen schrieben am Text, die nächsten schnitten das Videomaterial. Viel Arbeit, die bis Frei-tagvormittag andauerte. Noch als die ersten Zeitzeugen zur Abschlusspräsentation erschienen, wurden die letzten Inhalte auf das multimediale Portal grenzgeschichten.net hochgeladen. Während der gemeinsamen Feedbackrunde wurden belegte Brötchen und Lebkuchen verspeist, bevor sich alle zusammen in die Schulmensa begaben, wo schon die Zehntklässler auf die Abschlusspräsentation der Elfer warteten.

Mit eigens angefertigten Präsentationen berichtete Gruppe für Gruppe von ihrer Projektwoche, vor welchen Herausforderungen sie gestanden hatten und was sie besonders interessiert hatte. Viele Schüler:innen waren von den Berichten der Zeitzeugen überrascht gewesen und freuten sich über neues Wissen über eine Zeit, von der sie bis dato vor allem im Geschichtsunterricht gehört hatten. Auch die Zeitzeugen selbst zeigten sich erfreut über das Interesse und das Engagement, das die Schüler:innen an den Tag gelegt hatten. Dank der anwesenden Zehntklässler, die ebenfalls ihre Begeisterung kundtaten, wird am Freien Gymnasium Naunhof wohl auch nächstes Jahr ein ähnliches Projekt durchgeführt werden.

Die Ergebnisse in Form von Geschichten und Videos sind dauerhaft zu sehen auf grenzgeschichten.net.

Gefördert wurde dieses Projekt von: